Agrarversicherungen können finanzielle Verluste solidarisch umverteilen

Am 31.10.2018 hatte der APD im Rahmen der Messe InterAGRO 2018 eine Veranstaltung zum Thema „Moderne Versicherungssysteme - Effiziente Instrumente zur Förderung einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Entwicklung in der Ukraine" organisiert, an der rd. 60 Vertreter aus dem Versi-cherungswesen, aus der Agrarpolitik, -wissenschaft und -wirtschaft sowie der Medien teilnahmen.In seiner Begrüßung verwies Herr Volker Sasse, Projektleiter des APD, auf einige Erfahrungen in Deutschland, wo rd. 60% der Agrarproduzenten eine Versicherung – vor allem gegen Hagelschäden - abgeschlossen haben, wobei der Markt für Agrarversicherungen in Deutschland nicht subventio-niert wird. In der Ukraine sind es dagegen nur rd. 5%. „Träume sollte man allerdings beim Thema Agrarversicherungen nicht haben: Schäden werden natürlich nicht verhindert. Finanzielle Verluste einzelner Landwirte können aber solidarisch umverteilt werden.", sagte Sasse.Herr Viktor Scheremeta, stellv. Minister für Agrarpolitik und Ernährung, betonte zunächst die Bedeutung der kleinen und mittelständischen Betriebe in der Ukraine, die der besonderen Aufmerksamkeit der Agrarpolitik bedürften. Mit Blick auf die Agrarversicherungen verwies er auf die Notwendigkeit eines Vertrauensverhältnisses zwischen - insbesondere den kleinen - Landwirtschaftsbetrieben und den Versicherungsunternehmen. Die Versicherer sollten ihre Vertragsabschlüsse kundenfreundlich durchführen, und sich nicht - mit Verweis auf das Kleingedruckte - vor der Schadensregulierung drücken. Das schadet nur ihrem eigenen Renommee. Weiterhin sagte Scheremeta: „Leider ist die gegenwärtige Haushaltslage angespannt. Die Subventionierung von Versicherungsbeiträgen ist aber weiterhin auf der Tagesordnung des MAPE."Der Vertreter der Nationalen Kommission für staatliche Regulierungen von Finanzdienstleistungen, Herr Oleksandr Zaletov, informierte über Verbesserungen bei Beschwerden in der Umsetzung von Versicherungsverträgen. „Betroffene Landwirte können sich bei unserer Behörde melden und um Unterstützung bei der Klärung bitten." Weiterhin führte Zaletov aus: „Die Standardisierung von Versicherungsprodukten könnte die Nachfrage nach Agrarversicherungen verbessern, ist aber eine Aufgabe der Versicherer, nicht des Staates."Herr Hermann Intemann, Landwirtschaftsattaché der Deutschen Botschaft, verwies in seinem Grußwort auf die steigenden Risiken in der Landwirtschaft, u.a. durch den Klimawandel oder Tierseuchen, wie z.B. die Afrikanische Schweinepest. In diesem Zusammenhang können Agrarversicherungen die finanziellen Risiken einzelner Landwirte minimieren.Herr Andrii Zaripov, von der Internationalen Finanz Korporation (IFC), bezeichnete in seinem Vortrag Agrarversicherungen als ein geeignetes Instrument für wirtschaftliche Kontinuität und Wachstum im Agrarsektor. Er appellierte an die Politik, das Gesetz „Über die staatliche Förderung der Agrarversi-cherung" möglichst schnell zu verabschieden. Weiterhin betonte er, dass die Öffentlichkeit verstärkt über die Vorteile von Agrarversicherungen aufgeklärt werden sollte.Die Vertreter der Versicherungswirtschaft - Cedric Hermann, EUROP Insurance Brokers, und Fabien Berciaud, AXA Global Parametrics stellten u.a. eine Kurzanalyse des APD zum Thema „Agrarversicherungen: Potentiale für die nachhaltige Entwicklung des Pflanzenbaus in der Ukraine" vor. Sie betonten die Vorzüge von Agrarversicherungen für die Landwirte. „Auch für die Agrarpolitik sind Agrarversicherungen eine interessante Möglichkeit der Subventionierung der Landwirtschaft, weil sie nicht unter die Restriktion der WHO fällt.", sagte Hermann. In einigen Fällen können aufgrund von Engpässen in der Agrarstatistik keine modernen Versicherungsansätze implementiert werden. Zur vollen Entfaltung der Vorteile einer solidarischen Umverteilung von finanziellen Verlusten über eine Agrarversicherung ist die Teilnahme einer ausreichenden Anzahl von Landwirten erforderlich. Daher sollte die Agrarpolitik mit öffentlichen Kampagnen und auch die staatliche Agrarausbildung zur Verbreitung von Wissen über die Vorzüge von Agrarversicherungen beitragen. Indexversicherungen, unter Benutzung moderner digitaler Verfahren, wurden als ein interessantes – weil preiswertes und transparentes - Konzept für die ukrainische Landwirtschaft vorgestellt.Herr Dr. Roland Labohm, von der Tierseuchenkasse Rheinland-Pfalz, stellte in seinem Vortrag ein Pflichtversicherungssystem vor, was in Deutschland erfolgreich zur Minderung der Tiergesundheitsrisiken beiträgt. Ein solches System erscheint auch in der Ukraine machbar. Voraussetzung ist ausreichende Transparenz. Herr Labohm hatte seine Ansätze bereits am Vormittag des gleichen Tages im Rahmen einer Vorlesung vor Studenten und Lehrkräften der Nationalen Universität für Lebens- und Umweltwissenschaften der Ukraine vorgestellt und diskutiert.Herr Dietrich Treis teilte seine Erfahrungen aus der praktischen Anwendung einer ausländischen Agrarversicherung gegen Hagelschäden in der Ukraine mit. Abschluss und Auszahlung im Schadensfall waren unproblematisch: „Der Versicherungsbeitrag war sogar preiswerter im Vergleich zu einer ukrainischen Agrarversicherung.", sagte Treis.Alle Teilnehmer waren im Anschluss an die Veranstaltung zum Empfang der Deutschen Botschaft anlässlich der Internationalen Fachmesse InterAGRO 2018 eingeladen.Quelle: APD. Foto: APD. Datum: 31.10.2018

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